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Konzentrationslager Kaiserwald (Mežaparks)

Vergessener Ort des Schreckens

Der Mežaparks ist ein im Grünen gelegenes Rigaer Wohngebiet sowie ein beliebtes Erholungsgebiet.

Nichts ist vom hier befindlichen ehemaligen Konzentrationslager Kaiserwald erkennbar. Lediglich das 2005 errichtete Denkmal für die Opfer des Konzentrationslagers erinnert daran, dass hier Tausende von Menschen ermordet und noch mehr gequält wurden.

1943 befahl der „Reichsführer-SS“ Heinrich Himmler, die jüdischen Ghettos im Baltikum aufzulösen und deren Bewohnerinnen und Bewohner, bei denen es sich zu dieser Zeit ja faktisch bereits um Häftlinge handelte, zu ermorden oder in Konzentrationslager zu verbringen. Alle noch in Ghettos lebenden Juden sollten in Konzentrationslagern „zusammengefasst“ werden, um dort Zwangsarbeit zu leisten. Diejenigen, die dafür zu alt waren, wurden ausgesondert, nach Auschwitz deportiert und dort ermordet.

Im Zusammenhang mit der Auflösung des Ghettos in Riga wurde im Frühjahr 1943 das Konzentrationslager Kaiserwald (deutscher Name für Mežaparks) gegründet. Es war vom Umfang her recht klein und umfasste nur eine Fläche von 150 Metern mal 225 Metern. Es war jedoch der organisatorische Mittelpunkt der Registrierung und des Arbeitseinsatzes der Juden der Ghettos in Lettland und auch in Litauen – soweit sie den Holocaust bis dahin überlebt hatten. Da die Häftlinge durch Zwangsarbeit ausgebeutet werden sollten, entstanden auch 18 Außenlager zu dem eigentlichen KZ. Dort hielten sich vermutlich zwischen 2.000 und 3.000 Häftlinge beiderlei Geschlechts auf.

Das KZ Kaiserwald war zwar kein Vernichtungslager wie beispielsweise Auschwitz, aber es fanden regelmäßig Selektionen statt, denen alle zum Opfer fielen, die zu jung, zu alt oder zu schwach zum Arbeiten waren.

Die Mehrzahl der Juden, die im KZ Kaiserwald interniert waren, stammte aus dem Baltikum, aus Polen und aus Ungarn. Sie waren permanenten Misshandlungen ausgesetzt, die nicht nur von den SS-Wachmannschaften, sondern auch von den sogenannten Funktionshäftlingen ausgingen. Dies waren Insassen, denen Privilegien dafür zugestanden wurden, dass sie die Aufsicht über ihre Mithäftlinge führten. Vorwiegend wurden für diese Funktion kriminelle Häftlinge eingesetzt. Im Mai 1944 befanden sich fast 12.000 Häftlinge im KZ Kaiserwald und seinen Außenlagern, dabei handelte es fast ausschließlich um Jüdinnen und Juden.

Als die sowjetische Armee auf die baltischen Länder vorrückte, wurde das Lager Kaiserwald aufgelöst. Die Gefangenen wurden entweder ermordet oder in andere Konzentrationslager, vor allem das KZ Stutthof bei Danzig, deportiert. Allein vier Transporte gingen ab dem 6. August 1944 über die Ostsee nach Stutthof.

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