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Salaspils

In Salaspils befindet sich die Gedenkstätte für das Lager Salaspils, das von den deutschen Besatzern 1941 angelegt wurde. Die Gedenkstätte umfasst rund 20 Hektar, das ist ungefähr die Größe von 14 Fußballfeldern.

Erweitertes Polizeigefängnis und Arbeitserziehungslager

Rund 20 km Kilometer südöstlich von Riga liegt Salaspils, ein Städtchen mit etwa 18.000 Einwohnern. Der deutsche Name war Kurtenhof. Hier wurde als Erweitertes Polizeigefängnis und Arbeitserziehungslager (für „Arbeitsunwillige“) das Lager Salaspils errichtet.

Mit dem Bau wurde im September 1941 begonnen. Als Arbeitskräfte wurden Menschen aus dem jüdischen Ghetto in Riga eingesetzt und Juden aus den ersten Transportzügen aus Deutschland. Zu Beginn hatten diese Zwangsarbeiter nicht einmal eine Unterkunft und mussten im eisigen Winter draußen übernachten. In den ersten Tagen erhielten sie auch keine Nahrung. Die erste Opfergruppe in Salaspils 1941/1942 waren so die für den Bau eingesetzt Juden. Insgesamt rund 1.000 von ihnen sind beim Bau zu Tode gekommen.

Ursprünglich war geplant, in Salaspils aus Deutschland deportierte Juden unterzubringen. Es sollte jedoch gleichzeitig zur Aufnahme von politischen Gefangenen und Arbeitsverweigerern oder „Bummelanten“ zur Verfügung stehen. Tatsächlich gab es nach der Anfangsphase des Lagers kaum jüdische Menschen dort. Im Dezember 1942 zählte das Lager rund 1.800 Häftlinge, darunter nur noch 12 Juden, bei denen es sich vermutlich um Fachleute handelte, auf die man nicht verzichten wollte.

Salaspils wird oft als Konzentrationslager bezeichnet, war es aber im formalen Sinne nicht, da es der Geheimen Staatspolizei (Gestapo) unterstand.

Das Lager bestand nach seinem vollständigen Ausbau aus 30 Baracken, die für jeweils 200 Häftlinge vorgesehen waren, die dann jedoch zeitweilig mit bis zu 600 Personen belegt waren.

Anfang 1943 unternahm die Wehrmacht drei Gewaltaktionen gegen sogenannte „Banden“, also Aufständische, im lettisch-russischen Grenzgebiet („Aktion Winterzauber“). Ganze Gebiete wurden leer geplündert und Ortschaften niedergebrannt. Dabei wurden wenige Partisanen und hauptsächlich Zivilbevölkerung ermordet. 2.228 Menschen, darunter auch Frauen und Kinder, wurden nach Salaspils verschleppt. Hier waren zu diesem Zeitpunkt 1.990 Häftlinge untergebracht.

Das Lager Salaspils bestand bis Ende September 1944. Die Nationalsozialisten lösten das Lager aufgrund des Vorrückens der Roten Armee auf und brannten die meisten Gebäude nieder. Die Häftlinge wurden in verschiedene Konzentrationslager verbracht, zum Teil auch zu Hilfstruppen der Deutschen Wehrmacht zwangsrekrutiert.

In der Zeit seines Bestehens sind mindestens 12.000 Menschen in diesem Lager inhaftiert gewesen. Neben den bei der Errichtung des Lagers ums Leben gekommenen ca. 1.000 Juden, haben ca. 2.000 von den Inhaftierten das Lager nicht überlebt. So hat man in Salaspils ungefähr 3.000 Menschenleben zu beklagen, darunter Hunderte von Kindern, die an Unterernährung und schlechter Behandlung starben.

Die Gedenkstätte

Dahinter erschließt sich das Gelände der einzelnen Erinnerungsorte. In der Mitte der Gedenkstätte schlägt ein Metronom, um an den Herzschlag der hier Inhaftierten zu erinnern. Nach dem Krieg wurde das Gelände zuerst als Teil eines Truppenübungsplatzes genutzt, bevor 1967 eine Gedenkstätte im sowjetischen Stil geschaffen wurde.

Die jetzige Ausstellung und Gestaltung stammt aus dem Jahr 2017 und arbeitet die Geschichte, auch die der Gedenkstätte, nach wissenschaftlichen Erkenntnissen auf. Einen guten Überblick erhält man auf der Internetseite des Museums (auf Englisch, Russisch und Lettisch).

Neben dem Gelände des Memorialkomplexes Salaspils befindet sich der Friedhof des ehemaligen deutschen Kriegsgefangenenlagers 277. Hier sind etwa 150 deutsche Kriegstote bestattet.

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