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Šķirotava

Šķirotava ist ein Stadtteil von Riga. Der Bahnhof Šķirotava zeigt beispielhaft den wechselvollen und traurigen Teil der Geschichte Lettlands, als es im 20. Jahrhundert das Opfer zweier Diktaturen war.

Der Güterbahnhof war Ausgangs- und Endpunkt für zahlreiche Deportationen. Noch bevor nach Kriegsausbruch die Besetzung Lettlands gemäß dem Hitler-Stalin-Pakt durch sowjetische Truppen am 17. Juni 1940 vollständig vollzogen war, ging von hier ein erster Transport von 15.000 lettischen Bürgern in die sowjetischen Gulags ab. Jahre später folgten am 25. März 1949 weitere Deportation von über 42.000 lettischen Menschen in diese Lager. Lediglich 2.000 der Deportierten kehrten zurück nach Lettland. Ein Gedenkstein, Informationstafeln sowie eine Plakette am Bahnhofsgebäude erinnern daran.

Nach der deutschen Besetzung Lettlands wurde Šķirotava 1941 der Zielpunkt der Verbringung deutscher Juden nach Lettland. Sie kamen aus dem Deutschen Reich – einschließlich Österreich sowie Böhmen und Mähren – und wurden in Riga ins jüdische Ghetto einquartiert und zur Zwangsarbeit eingesetzt. Die im Ghetto lebenden lettischen Juden wurden dazu in zwei Massenmordaktionen vernichtet, um „Platz zu schaffen“. Als der erste (Berliner) Deportationszug am 29. November 1941 spät abends in Šķirotava ankam, war die Räumung des Ghettos jedoch noch nicht abgeschlossen. Die 1.000 Jüdinnen und Juden aus Berlin wurden daher vom Bahnhof am nächsten Morgen direkt nach Rumbula weitergeleitet und dort erschossen.

Bei allen weiteren Transporten wurden Alte und Kranke sofort am Bahnhof ermordet und in drei Massengräbern verscharrt, über die die Nationalsozialisten dann ein Eisenbahngleis legten. Das Gleis existiert heute noch.

Heute ist der Bahnhof einer der wichtigsten Bahnknotenpunkte in der Region Riga – sowohl für den Personen- als auch für den Güterverkehr. Nichts erinnert hier an seine Geschichte während der deutschen Besatzung bzw. die hierher deportierten Juden. Zeichen des Gedenkens gehen lediglich auf das Schicksal der in die Sowjetunion deportierten Letten ein.

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